Höhere Ticketsteuer 2024 in Kraft: Was Reisende jetzt wissen müssen

Seit dem 1. Mai 2024 müssen Passagiere, die von einem deutschen Flughafen abfliegen, tiefer in die Tasche greifen. Der Grund dafür ist die Erhöhung der Luftverkehrsabgabe. Diese Änderung hat erhebliche Auswirkungen auf Reisende und die Tourismusbranche.

Steuersätze um mehr als 20 Prozent gestiegen

Die Diskussion über die Erhöhung der Luftverkehrsabgabe war umstritten, aber jetzt sind die neuen Steuersätze in Kraft. Seit dem 1. Mai 2024 müssen Passagiere, die von deutschen Flughäfen abfliegen, zwischen 15,53 und 70,83 Euro pro Flugticket an Steuern zahlen. Früher lagen diese Beträge zwischen 12,48 und 56,91 Euro pro Ticket, was einer Steigerung von 22,5 bis 24,5 Prozent entspricht. Die Höhe der Abgaben richtet sich grundsätzlich nach der Entfernung des Reiseziels, obwohl nicht in allen Fällen eine gestaffelte Abrechnung erfolgt. Der Gesetzgeber hat die Tarife nach Ländern abgestuft, und die genauen Details sind auf der Website des Deutschen Bundesfinanzministeriums verfügbar. Überblicksmäßig gilt jedoch:

  • 15,53 Euro: Flüge in alle EU-Staaten, die Türkei, nach Russland sowie Algerien
  • 39,43 Euro: Flüge nach Afrika und Asien (maximale Entfernung 6.000 Kilometer)
  • 70,83 Euro: Flüge über 6.000 Kilometer, wie zum Beispiel nach China oder in die USA

Deutschland zählt EU-weit zu den Ländern mit der höchsten Abgabe

Während Steuerschuldner die einzelnen Luftverkehrsunternehmen sind, werden die Abgaben in der Regel von den Fluggesellschaften an die Konsumenten weitergegeben. Daher stieß die Erhöhung bei den Verbrauchern größtenteils auf Ablehnung.

Ticketsteuer 2024
Quelle: iStock

Können Preise bereits gekaufter Flugtickets nachträglich angepasst werden?

Es war absehbar, dass Flugreisen aufgrund der Erhöhung der Ticketsteuer teurer werden würden. Jetzt bleibt abzuwarten, wie stark sich diese Erhöhung tatsächlich auf die Ticketpreise auswirken wird. Die Preisgestaltung ist stark von der Konkurrenzsituation an den jeweiligen Abflugorten abhängig. Wenn eine Fluggesellschaft ein Monopol hat, ist es wahrscheinlich, dass die erhöhten Steuern vollständig auf die Passagiere überwälzt werden.

Seit dem 28. März 2024 dürfen Airlines die erhöhte Ticketsteuer in den Flugpreis einbeziehen. Es stellt sich jedoch die Frage, ob Fluggesellschaften die Preisdifferenz auf bereits gekaufte Tickets rückwirkend einfordern dürfen. Die Vorgehensweise der Airlines variiert hierbei. Die Lufthansa hat bestätigt, dass sie die zusätzlichen Kosten für frühzeitig gekaufte Tickets selbst tragen wird. Im Gegensatz dazu versucht der Low-Cost-Carrier Ryanair, die Preisdifferenz an die Kunden weiterzugeben. Ryanair droht damit, Flugtickets zu stornieren und zu erstatten, wenn die Differenz nicht bezahlt wird. Dies würde bedeuten, dass Kunden ein neues, teureres Ticket kaufen müssten, um ihren Flug anzutreten. Ryanair beruft sich dabei auf eine Klausel in ihren Geschäftsbedingungen. 

Reiserechtsexpertin zu Ryanair-Preisanpassungen

Karolina Wojtal, eine Fachfrau für Reiserecht beim Europäischen Verbraucherzentrum, erklärte dem Spiegel, dass Klauseln in den Beförderungsbedingungen flexibel sein müssen, Preisanpassungen zulassen und eine Obergrenze für Erhöhungen festlegen sollten. In Deutschland sind nachträgliche Preisanpassungen erst vier Monate nach Vertragsschluss erlaubt, auch bei Ryanair-Tickets ab Deutschland.

Negative Auswirkungen befürchtet

Politiker wie Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) unterstützten die Erhöhung der Ticketsteuer, während der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) negative Auswirkungen befürchtet. Auch der Lufthansa-Konzern äußerte Skepsis und Bedenken bezüglich der Standortbenachteiligung in Deutschland, da der Luftverkehrsstandort vor erheblichen Herausforderungen steht.

Fazit zur Erhöhung der Ticketsteuer 2024

Seit dem 1. Mai 2024 müssen Passagiere, die von deutschen Flughäfen abfliegen, höhere Steuern zahlen. Die Luftverkehrsabgabe wurde um mehr als 20 Prozent angehoben, was zu einem Anstieg der Ticketpreise führt. Je nach Reiseziel liegen die Steuersätze zwischen 15,53 und 70,83 Euro pro Flugticket. Die Airlines geben diese Kosten in der Regel an die Passagiere weiter. Es bleibt abzuwarten, wie stark sich dies auf die tatsächlichen Ticketpreise auswirken wird, da die Preisgestaltung auch von der Wettbewerbssituation abhängt.

Die Fluggesellschaften sind seit dem 28. März 2024 berechtigt, die höhere Ticketsteuer in die Flugpreise einzubeziehen. Dabei variiert die Vorgehensweise der Airlines: Die Lufthansa trägt die Kosten für bereits gekaufte Tickets selbst, während Ryanair versucht, die Preisdifferenz nachträglich an die Kunden weiterzugeben, sogar mit der Drohung von Stornierungen und Erstattungen bei Nichtzahlung.

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